| Gerüche in Innenräumen |
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Eine Zusammenfassung aus folgenden Werken: MILJÖ-CHEMIE ,1999, „Flüchtige organische Stoffe (VOC) in der Raumluft von Bürogebäuden“, 90829VOC-EF-M.DOC
„Die Erfassung und Bewertung von Geruchsimmissionen entzieht sich oftmals den bekannten chemisch-physikalischen Messverfahren wie sie üblicherweise für Luftverunreinigungen zu Anwendung kommen. Geruchsbelästigungen werden meist schon durch sehr niedrige Konzentrationen verursacht und sind häufig –analytisch erschwerend- auch durch eine Vielzahl von verschiedenen Substanzen gekennzeichnet. Geruchsschwellenwerte umfassen eine Spanne von bis zu acht Zehnerpotenzen. Nach Fanger(1) wird das menschliche Wohlbefinden u.a. von der wahrgenommenen Luftqualität beeinflusst. Die Gesamtheit der chemischen Luftinhaltsstoffe wirkt zusammen mit der thermischen Umgebung (Lufttemperatur, Strahlungstemperatur, Luftbewegung und Luftfeuchte) auf den Menschen ein. Die resultierende Luftqualität wird als akzeptabel oder weniger akzeptabel wahrgenommen, wobei verschiedene Menschen unterschiedliche Beurteilungen abgeben. Im Rahmen dieses Konzeptes werden VOC nicht nach ihren toxikologischen Eigenschaften beurteilt, sondern primär als Quellen für Gerüche und Reizwirkungen betrachtet. Sowohl Berlund(2) wie auch die Arbeitsgruppe um Chain(3) beschrieben die Geruchs- und die Reizwirkung von Spuren chemischer Stoffe in komplexen Gemischen und kamen zum Ergebnis, dass als negativ empfundene Gerüche Reizwirkungen verstärken oder sogar auslösen können. Innerhalb der chemischen Stoffgruppen zeigt die Tendenz, dass größere Moleküle niedrigere Geruchsschwellen aufweisen(4), sowie dass Stoffgemische um so stärker zur Geruchsbildung neigen, je komplexer sie sind(5). Das Risiko für das Auftreten diverser Symptome wird außerdem durch die subjektiv als belastend und bedrohlich empfundene Wahrnehmung von Umweltbedingungen (wie „schlechte Luft“) erhöht(6). Häufig ruft eine Geruchswahrnehmung toxikologisch nicht begründete Ängste vor einer Schadstoffbelastung hervor. Werden Gerüche als Signal der Bedrohung aufgefasst, können sie Sorge, Angst oder Aggressionen auslösen. Dann kann eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefährdung entstehen. Bei den sog. Toxikopien entwickeln die Patienten Krankheitsbilder oder pathologische Symptome, die für eine Vergiftung typisch sind, ohne dass der entsprechende Giftstoff vorhanden ist. Die Patienten interpretieren Gerüche als Anzeichen einer drohenden Vergiftung und reagieren darauf z.B. mit Erbrechen, z.T. aber auch mit spezifischen Reaktionen. Gerüche können insofern tatsächlich gesundheitsbeeinträchtigende Wirkungen haben, ohne toxisch zu sein.(7)“
1 Fanger PO: Perceived Indoor Environment, in Bischof W et. Al. (Hrsg.): Sick Building Syndrom, Karlsruhe 1993 2 Berglund B, Olsson MJ: Odor- Intensity Interaction in Binary Mixtures. J.Experim.Psychol.19 (1993), 302-314 3 z.B. Cometto-Muniz JE, Cain WS: Agnostic sensory effects of airborne chemicals in mixtures: Odor, nasal pungency, and eye irritation. Perception Psychophophysics 59 (1997), 665-674 4 Fitzner K:“Perceived Air Quality“ und Molekülgröße flüchtiger organischer Substanzen (VOC), 41-49 in: Tagungsband Gerüche in der Umwelt, VDI-Ber. 1373, Düsseldorf 1998 5 Iwashita G: Time Profile of Perceived Air Pollution from Individual VOC and Mixture of VOC, 630-635, in BRE (ed.):Proc.8th Indoor Air Conf. (Vol.2), Watford 1999 6 Wiesner G., Grimm J: Gesundheitliche Effekte von Risikowahrnehmungen, Bundesgesundheitsbl. 40(1997) 10, 394-398 7 Bayrisches Landesamt für Umwelt, BayLfU 2005- Referat 1.2 / Umweltberatung,“ Gerüche und Geruchsbelästigungen“ |